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Die Seilbahnbranche trotzt der Wirtschaftskrise und blickt zuversichtlich in die Zukunft

Im Hotel de la Paix in Lugano gaben sich am 17. und 18. September 2009 über 250 Seilbahnleute aus allen Landesteilen der Schweiz Rendezvous zu ihrer Generalversammlung. Nebst der Beratung der ordentlichen Verbandsgeschäfte ging es bei Seilbahnen Schweiz (SBS) um den Positionsbezug bei der Interessenwahrung der touristischen Bahnen, ohne die der Schweizer Tourismus nicht prosperieren kann. Die Seilbahnbranche trotzt der Finanzwirtschaftskrise. Sie konnte mit dem Schub aus einer erfolgreichen Wintersaison 2008/09 die Einbussen an Gästen aus dem Ausland während der Sommerzeit mit zunehmenden Frequenzen des Inlandes wettmachen. Erfreulich ist, dass die Umsetzung des neuen Seilbahngesetzes durch einen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichtes hinsichtlich der Erneuerung der Betriebsbewilligung wegweisend konkretisiert wurde.

Unübertroffenes Ferien- und Freizeitland
Hans Höhener, Präsident von Seilbahnen Schweiz (SBS), verwies auf die landesweit funktionierenden Seilbahnen. Eine Erfolgsgeschichte für die Schweiz als Ganzes und die Berg- und Randregionen im Besonderen. Die Erfolge der Vergangenheit sind eine Verpflichtung für die Bewältigung der Zukunftsaufgaben. Im Rahmen der Umsetzung der neuen Strategie ist SBS damit beschäftigt, die Organisations- und Führungsprozesse den neuen Bedürfnissen anzupassen. Dabei geht es um die Regelung der Verhältnisse zwischen Vorstand, Geschäftsleitung, Mitarbeitenden der Geschäftsstelle, den Kommissionen, Delegationen und den Regionalverbänden. Direktor Peter Vollmer unterstrich, unter Bezugnahme auf das Tagungsmotto „Seilbahnen – ein Stück Schweiz“, dass die Gäste als Antwort auf die Verunsicherungen bei den Ferien- und Freizeitaktivitäten wieder zunehmend die Einmaligkeit und Schönheit des Ferienlandes Schweiz entdecken. Als Teil der touristischen Wertschöpfungskette trägt die Berg- und Seilbahnbranche eine hohe Verantwortung für den Erfolg des Tourismusproduktes Schweiz. Die Seilbahnen wissen aber auch, dass ohne ihr Produkt die Angebotspalette wesentlich ärmer ist. „Nutzen wir den Schwung und zeigen wir unserer Bevölkerung mit und dank unseren Bahnen, dass wir ein unübertroffenes Ferien- und Freizeitland sind und bleiben wollen. Im Rahmen der nächstjährigen Weltausstellung in Schanghai wird eine Seilbahnanlage – gebaut und betrieben von einer Gruppe unserer Mitglieder – auch dort unser Motto markieren: Die Seilbahnen sind ein Stück Schweiz“.

Riccardo Calastri, Präsident des Grossen Rates des Kantons Tessin, überbachte die Grüsse von Regierung und Parlament und würdigte die Verdienste der Seilbahnbranche. Auch die italienische Schweiz ist ein Teil der kulturellen und sprachlichen Vielfalt unseres Landes: „Die Schweiz lässt sich nicht aufteilen“.

Faire Preise in den Skigebieten
Christian Lässer, Professor von IDT der Uni St. Gallen, informierte über das SBS-Projekt Pricing. In Zusammenarbeit mit Seilbahnen Schweiz, verschiedenen Bergbahnunternehmen und anderen Beteiligten startete 2008 das durch die KTI (Kommission für Technologie und Innovation) mitfinanzierte Projekt "Neue Preismodelle für mehr Unternehmens- und Kundenwert in der Bergbahnindustrie". In zwei empirischen Teilen wurde je eine Sommer- und eine Winterbefragung durchgeführt. Dabei wurde das Kundenverhalten für verschiedene Bergbahnunternehmen in der Sommersaison 2008 und in der Wintersaison 2008/2009 untersucht. Im Vordergrund steht das Kundenverhalten hinsichtlich verschiedener Preissysteme. Die Resultate für den Sommer zeigen, dass die Gäste die Preise der Schweizer Bergbahnen grundsätzlich als fair wahrnehmen. Der faire Preis liegt bei allen untersuchten Unternehmen zwischen dem effektiv bezahlten und dem gerade noch akzeptablen Preis für eine Retourfahrt. Im Vergleich zum Sommer ist der Homogenisierungsgrad des Wintersportangebots höher. Aus diesem Grund kommt etwa dem Image eines Skigebietes eine stärkere Bedeutung zu. Es kann im Allgemeinen für den Winter festgehalten werden, dass Gäste die Preise in den Skigebieten als fair bewerten.

Das neue Marketing als Schlüssel eines nachhaltigen Erfolges
Joël Gayet, der Pariser Experte für touristisches Marketing, verwies in seinem Referat auf die Notwendigkeit der Anwendung neuer Marketinginstrumente. Das touristische Marketing muss sich neu ausrichten, da sich Gesellschaft und Tourismus mit tief greifenden Veränderungen verschiedenster Aspekte konfrontiert sehen. Es geht dabei um Veränderungen in menschlichen, wirtschaftlichen, soziokulturellen und technischen Belangen sowie im Bereich der Umwelt. Konsequenzen hat dies darum auch auf das Verhalten wie die Erwartungen der Menschen. Diese Entwicklungen beeinflussen auch die Konkurrenzsituation. Der Tourismus muss zwangsläufig neue Marketingstrategien zur Anwendung bringen. Der Referent legte dar, dass sich das künftige Marketing an verschiedenen, ganzheitlich umfassenden Tendenzen orientieren muss: „Im neuen touristischen Marketing misst sich die Stärke einer Marke nicht mehr an der Wichtigkeit seiner Bekanntheit, seines Umsatzes und seinem Nutzen. Sie misst sich zuerst an der Kraft der Verknüpfungen, die sie mit ihrem Umfeld und ihren Kunden geschaffen hat“.

Marco Solari, Präsident des internationalen Filmfestivals Locarno und Präsident von Tessin Tourismus, richtete sich als engagierter und erfolgreicher Touristiker an die Seilbahnfamilie und verwies dabei auf die grossen wirtschaftspolitischen Aspekte der Tourismuslandschaft Schweiz. Tourismus und Seilbahnen sind eine Einheit. Im Kontext dieser gegenseitigen Abhängigkeit steht immer die Mobilität. Ohne Mobilität geht in der heutigen Gesellschaft überhaupt nichts mehr. Zum Angebot im Ferienland Schweiz gehört die Attraktivität der Bergbahnen. Sie führen uns zu und auf die Berge. Solari nutzte dann auch die Gelegenheit, Geschichte und Entwicklung der Mobilitätsträger im Tessin darzulegen.

Marke Schweiz mit ihren Seilbahnen
Die Tagungsteilnehmer nutzten den Samstagvormittag unter der Leitung von Direktor Peter Vollmer und Vizedirektor Fulvio Sartori dazu, die Erkenntnisse der Generalversammlung zusätzlich zu vertiefen. Im Rahmen eines ersten Workshops kam man nach einleitenden Voten von Udo Schröder, REWE Touristik, Urs Zenhäusern, Direktor Wallis Tourismus und Silvio Schmid, Präsident von Bergbahnen Graubünden zur übereinstimmenden Einsicht, dass die „Marke Schweiz mit ihren Seilbahnen“ zur Identität der Schweiz gehört. In einer zweiten Diskussionsrunde stellten CEO’s der Seilbahnen Eric Balet, Verbier, Jürg Balsiger, Stanserhorn, Felice Pellegrini, Monte San Salvatore und Thomas Gurzeler, Arosa Bergbahnen auf der Basis von Erfolgsmodellen aus der Seilbahnbranche dar, wie neue Ideen zum Erfolg führen können.


Für Rückfragen:
Peter Vollmer, Direktor SBS 031 359 23 35 / 079 318 02 35
Roman Weissen, Kommunikation 031 359 23 14 / 079 239 41 00

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MM_GV_SBS_09_d.pdf (75.4 kB)

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